Wie werden Chlamydien behandelt?

Chlamydien werden vom Arzt mit Antibiotika behandelt. Die Dauer der Behandlung ist vom Schweregrad der Erkrankung und dem Medikament abhängig. Sie kann einige Tage bis zwei Wochen betragen. Innerhalb der Behandlungszeit wird dem Patienten angeraten, auf Sex komplett zu verzichten. Zur Kontrolle findet einige Wochen nach der Behandlung ein erneuter Test auf Chlamydien statt.

Bei Patienten in einer Beziehung wird der Partner üblicherweise gleich mit untersucht und behandelt, um eine erneute Infektion durch den Pingpong Effekt auszuschließen.

Resistenz gegen Antibiotika

Auch wenn die Symptome abklingen und man sich gesund fühlt, ist es sehr wichtig, dass das Medikament über die vom Arzt vorgeschriebene Dauer eingenommen wird. Andernfalls bildet sich im Körper eine Resistenz aus, die das Antibiotikum dauerhaft unwirksam macht. Besteht bereits eine bekannte Resistenz, kann der Arzt ein anderes Medikament wählen.

Es kann auch eine Resistenz bestehen, die dem Patienten bisher unbekannt ist. Ist die Behandlung unwirksam, wählt der Arzt entweder ein anderes Antibiotikum aus oder führt eine Resistenzbestimmung durch.

Selbstmedikation

Das Internet erlebt gerade einen unglaublichen Boom an esoterischen Produkten zahlreicher Wunderheiler wie Vitaminpillen, Kräutersalben und Tees. Die Palette an Kuriositäten ist endlos. Sogar als echt ausgegebene Plagiate verschreibungspflichtiger Medikamente werden angeboten.

Von einer Selbstmedikation sollte allerdings dringend Abstand genommen werden. Plagiate, die eine antibiotische Wirkung versprechen, sind im besten Fall nur unwirksam. Sie können im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden, denn die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist dem Käufer unbekannt.

Bei Produkten der Esoterik ist die Wirkung ebenfalls zweifelhaft und nicht wissenschaftlich belegt. In Deutschland ist auch Homöopathen die Behandlung von Chlamydien untersagt.

Wissenschaftlich belegt ist bisher nur die Behandlung durch Antibiotika. Da es sich um eine gefährliche Geschlechtskrankheit handelt und eine Unfruchtbarkeit die Folge sein kann, zudem das Risiko besteht, andere damit zu gefährden, ist ein verantwortungsvoller Umgang wichtig. Es sollte daher ausschließlich dem Rat eines Arztes vertraut werden.

Hinweis: wenn Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten oder bei sich Chlamydien Symptome feststellen, sollten Sie schnell ihren Arzt konsultieren.

 

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Chlamydien Schnelltests – Welche Möglichkeiten gibt es und wie sicher sind sie?

Warum sind regelmäßige Tests wichtig?

In Deutschland ist die häufigste sexuell übertragbare Krankheit eine Infektion mit Chlamydien. Aus anatomischen Gründen sind leider junge Mädchen besonders gefährdet, weil die Art der Schleimhaut am äußeren Muttermund ideale Bedingungen für diese Erreger bietet. Die langsam fortschreitende Entzündung kann zur Zerstörung der Eileiter und damit zur Unfruchtbarkeit führen. Hier ist ein Video dazu:

Breitet sich die Infektion weiter aus, können auch noch andere Organe geschädigt werden. Männer sind ebenfalls betroffen, denn eine Infektion kann die Prostata schädigen und damit auch zur Unfruchtbarkeit führen.

Trotz der Aggressivität dieses Erregers schafft es der Körper erstaunlich häufig, die Infektion selbst zu bewältigen, oder es werden erst gar keine Symptome hervorgerufen. Das klingt zunächst sehr positiv, macht die Eindämmung der Infektion aber leider schwierig bis unmöglich. Die Erkrankten geben die Geschlechtskrankheit unwissend an ihre Partner weiter. Dadurch erklärt sich auch die hohe Infektionsrate.

Chlamydien erhöhen bei schwangeren Frauen das Risiko einer Frühgeburt. Sie können außerdem den Erreger bei der Geburt auf ihr neugeborenes Kind übertragen. Deshalb ist der Test auf Chlamydien auch ein fester Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge. Besser ist es aber natürlich, die Infektion schon vor der Schwangerschaft zu erkennen und zu beseitigen.

Mithilfe eines Tests kann die Erkrankung leicht entdeckt, und deren Folgen verhindert werden. Ärzte raten zu regelmäßigen Tests, mindestens einmal jährlich oder nach dem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner.

Welche Arten von Tests gibt es?

Urintest

Dieser Test wird am häufigsten durchgeführt. Der Arzt sendet eine Urinprobe ins Labor, die mithilfe von Nukleinsäure-Amplifikationstechniken (NAT) untersucht wird. Die Erreger-DNS wird isoliert und mit gentechnischen Verfahren, wie beispielsweise der PCR vermehrt. Die Zuverlässigkeit ist besonders hoch, wenn der Erreger Zeit hatte, sich im Urin zu vermehren. Empfohlen wird daher der erste Urin am Morgen, oder mindestens eine zweistündige Pause nach dem letzten Gang zur Toilette.

Die Heimtests unterscheiden sich nur in der Anwendung für die Geschlechter – ob der Chlamydien Test Mann oder Cyclotest Test für Frauen, in beiden Fällen wird der Morgenurin verwendet.

Abstrich der Harnröhre oder dem Gebärmutterhals

Dieser Test ist identisch mit dem Urintest, nur dass anstelle von Urin Abstrichmaterial direkt von dem Geschlechtsorgan ins Labor gesendet wird. Der Urintest wird meistens bevorzugt, da sich nach der Morgentoilette nur wenige Erreger auf dem Geschlechtsorgan befinden.

Bluttest

blood1Der Bluttest wird gemacht, wenn das Laborergebnis nicht eindeutig oder negativ ist, und der Arzt trotzdem eine Infektion mit Chlamydien vermutet. Das Blut wird im Labor auf Antikörper untersucht. Leider ist dieser Test nur begrenzt aussagekräftig, denn die Antikörper bleiben bei den meisten Menschen lebenslang im Körper und können von einer bereits lange ausgeheilten Infektion her stammen. Es gibt auch noch ungefährliche Arten von Chlamydien, durch die diese Antikörper entstehen können.

Schnelltest aus der Apotheke

Viele Menschen schämen sich, einen Test beim Arzt durchführen zu lassen oder meiden den Arztbesuch aus anderen Gründen. Daher gibt es seit ein paar Jahren Schnelltests aus der Apotheke, mit denen Chlamydien diskret von zu Hause aus ermittelt werden können. Diese Tests sind bequem, vollkommen anonym und das Ergebnis liegt bereits nach 15 Minuten vor.

Auch beim Schnelltest aus der Apotheke gibt es verschiedene Varianten

Beim herkömmlichen Schnelltest wird – ähnlich wie beim Arzt – ein Abstrich der Harnröhre oder des Gebärmutterhalses entnommen und das Material mit einer beigelegten Testkassette untersucht. Diese Art des Nachweises ist praktisch und schnell, aber leider nicht ganz so zuverlässig, wie die Untersuchung im Labor.

Aus diesem Grund gibt es Schnelltests, die bereits vorsehen, dass der Abstrich (oder auch eine Urinprobe) zusätzlich ins Labor geschickt wird. Das klingt zwar etwas unbequem und ist mit einer kurzen Wartezeit verbunden, ist aber dadurch beinah ebenso zuverlässig wie die Untersuchung beim Arzt. Die Labore sind zudem dazu verpflichtet, die Anonymität der Patienten zu wahren. Diese Art von Schnelltest liefert die zuverlässigsten Ergebnisse.

Fazit

Die Schnelltests sind bequem, diskret und in Kombination mit einem Labortest fast genauso sicher. Wie auch beim Arzt spielt dabei die Tageszeit eine sehr wichtige Rolle. Es sollte natürlich möglichst stark befallenes Material untersucht werden, denn so schlägt der Test am besten an. Ein Abstrich oder eine Urinprobe nach dem Aufstehen bietet dabei die besten Voraussetzungen für ein zuverlässiges Ergebnis. Der Erreger hatte so die ganze Nacht zeit, sich im Urin oder auf dem Geschlechtsorgan zu vermehren.

Bei positivem Ergebnis sofort zum Arzt

Bei einem positiven Ergebnis ist es leider trotz der Bequemlichkeit, die der Schnelltest bietet, dringend angeraten, einen Arzt aufzusuchen. Am besten (sofern vorhanden) gleich mit dem Partner zusammen, denn ansonsten besteht das Risiko, sich gegenseitig erneut zu infizieren. Gerade um die fatalen Spätfolgen wie eine Unfruchtbarkeit zu verhindern, sollte so schnell wie möglich mit der Therapie begonnen werden. Liegt bereits ein Ergebnis aus dem Labor vor, ist es natürlich praktisch und sinnvoll, es dem Arzt gleich vorzulegen.

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Was sind Chlamydien?

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Was sind Chlamydien?

Chlamydien sind Bakterien aus der Familie der Chlamydiaceae. Sie nisten sich in einer Wirtszelle ein und zapfen die Energievorräte (ATP) der Zelle an, um sich zu ernähren und weiter zu vermehren. Sie zählen zu den kleinsten Bakterien überhaupt (sie sind etwa einhundertmal kleiner als die Wirtszelle selbst).

Die Infektion mit Bakterien der Gruppe Chlamydia Trachomatis findet normalerweise beim Geschlechtsverkehr statt. Da sie – vor allem bei Frauen – meistens ganz ohne Symptome verläuft, bemerken die Betroffenen die Krankheit oft nicht und geben sie unbewusst an ihre Partner weiter. Die Infektion mit Chlamydien ist dadurch in Deutschland leider die am häufigsten auftretende Geschlechtskrankheit.

Es sind auch andere Übertragungswege möglich, aber die besten Bedingungen für die Erreger bieten die Schleimhäute der Geschlechtsorgane.

Andere Körperbereiche und Organe können ebenso befallen werden, auch wenn es in Europa sehr selten vorkommt. Beispielsweise sind Chlamydien in den Tropen und Subtropen die häufigste Ursache für Erblindungen. Bakterien der Gruppe Chlamydia Pneunomiae nisten sich bevorzugt in der Lunge ein.

Wer ist betroffen?

Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Leider werden oft Mädchen befallen, weil die Art der Schleimhaut am weiblichen Muttermund für die Bakterien die beste Grundlage für eine rasche Ausbreitung liefert.

Was sind die ersten Symptome?

Befallen werden die Harnröhre, der Muttermund und der Analbereich. Ein Brennen und Ziehen beim Wasserlassen ist ein typisches erstes Symptom. Zusätzlich kann ein weißer oder eitriger Ausfluss aus der Harnröhre oder aus dem Rektum kommen. Bei Frauen auch aus der Scheide. Ein weiteres typisches Symptom ist ein starker Juckreiz.

Eine Infektion bleibt häufig unbemerkt, weil die Symptome nicht besonders stark auftreten müssen und leicht ignoriert werden können. Bei Frauen ist es nicht unüblich, dass erst gar keine Symptome auftreten.

Folgen und Verlauf der Krankheit

Männer

Nach der Harnröhre können die Nebenhoden und die Prostata befallen werden, was für die Betroffenen äußerst schmerzhaft ist. Wird die Krankheit nicht behandelt, besteht sogar das Risiko einer Unfruchtbarkeit.

Das Reiter-Syndrom

Bei Männern kann es (sehr) selten auch zum Reiter-Syndrom kommen. Es kommt dabei an mehreren Stellen im Körper zu Entzündungen. Besonders die Harnröhre, die Bindehaut der Augen und die Gelenke sind betroffen (Arthritis). Man vermutet, dass die Krankheit erblich bedingt ist und die körpereigene Abwehr die eigenen Zellen angreift, wodurch die Entzündungen entstehen.

Frauen

Bei Frauen können sich Chlamydien über die Gebärmutter zu den Eileitern ausbreiten und dort eine ebenso schmerzhafte Entzündung verursachen. Dazu kann auch Fieber auftreten. Durch die Entzündung bleibt ein Narbengewebe in den Eileitern zurück, das den Transport der Eizelle zur Gebärmutter beeinträchtigen kann.

In vernarbten Eileitern können die männlichen Spermien eventuell nicht mehr mit der Eizelle in Kontakt kommen. Eine Unfruchtbarkeit ist dann leider das Ergebnis. Lebensbedrohlich wird es sogar, wenn eine befruchtete Eizelle sich im Eileiter anstatt der Gebärmutter einnistet. Bei der Eileiterschwangerschaft zerstört der wachsende Embryo die viel zu kleinen Eileiter und schädigt die inneren Organe.

Infizierte Schwangere geben die Bakterien oft bei der Geburt an ihr Neugeborenes weiter. Weil der Kopf in der Gebärmutter voran liegt, können sich die Bindehaut der Augen oder auch die Lungen des Kindes entzünden und dort Schäden verursachen.

Neueste Erkenntnisse über die Verursachung von Krebs

Am Berliner Max-Planck-Institut (MPI) wurde festgestellt, dass Chlamydien das Erbgut (DNA) ihrer Wirtszellen schädigen und diese künstlich am Leben erhalten. Da die Bakterien auf die Wirtszelle angewiesen sind, verhindern sie die eingebaute Selbstzerstörung, die bei Beschädigungen greift. Die beschädigte Zelle wächst und mutiert immer weiter und kann so auch zur Krebszelle werden. Bei Frauen kann sie auf diese Art beispielsweise Eierstockkrebs auslösen.

Auf den Punkt gebracht

Chlamydien sind eine gefährliche Krankheit. Sie kann zur Unfruchtbarkeit führen und im Fall der Eileiterschwangerschaft sogar das Leben bedrohen. Daher dürfen sie nicht auf die leichte Schulter genommen werden. In Deutschland besteht keine Meldepflicht für Chlamydien. Regelmäßige Tests werden daher allen sexuell Aktiven dringend empfohlen. Neben HIV sind Chlamydien ein weiterer wichtiger Grund dafür, niemals auf Schutz beim Sex zu verzichten.

Wie kann man sich schützen?

Chlamydien lassen sich mit Antibiotika heutzutage sehr gut behandeln. Ärzte empfehlen regelmäßige Tests mindestens einmal jährlich oder nach dem Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner. Der Test ist zudem mittlerweile ein fester Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge. Zeigen sich die genannten Symptome, sollten sie unbedingt ernst genommen und sofort untersucht werden.

Bei Infizierten in einer Beziehung werden normalerweise gleich beide Partner untersucht und im positiven Fall behandelt, um eine erneute Infektion auszuschließen. Hat eine Behandlung mit Antibiotika stattgefunden, wird einige Wochen nach der Behandlung ein erneuter Test zur Kontrolle durchgeführt. Auf Sex sollte während dieser Zeit verzichtet werden.

Das Risiko wird außerdem durch die Benutzung eines Kondoms deutlich minimiert. Es ist leider kein hundertprozentiger Schutz gegen Chlamydien, aber die Gefahr einer Ansteckung wird gesenkt.

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